Der von Architecture Workroom Brussels in Zusammenarbeit mit JCAR ATRACE organisierte Ateliertag „Grenzenloses, klimaresilientes Wasserland“ brachte Forscher, politische Entscheidungsträger und Praktiker zusammen, um Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich der Wasserresilienz zu erörtern.
Wasserprobleme ohne Grenzen
Ein zentrales Thema des Tages war, dass Herausforderungen wie Dürre, extreme Niederschläge und Wasserqualität nicht an Landesgrenzen Halt machen. In Regionen, in denen Flandern und die Niederlande durch gemeinsame Wassersysteme eng miteinander verbunden sind, wird diese gegenseitige Abhängigkeit besonders deutlich. Flüsse wie die Mark und die Aa von Weerijs / Kleine Aa verbinden Flandern mit den Niederlanden. Das Zurückhalten von Wasser im Oberlauf kann möglicherweise zur Bekämpfung von Dürre beitragen und gleichzeitig die Hochwassersicherheit flussabwärts verbessern. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert daher ein gemeinsames Engagement und eine kontinuierliche grenzüberschreitende Abstimmung.
Austausch von Wissen und Perspektiven
Während der Vormittagssitzungen betonten die Referentinnen und Referenten die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Zu den Beiträgen gehörten:
- Eröffnung und Programmvorstellung durch Bram Vandemoortel (Workroom)
- Die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit durch Jozef van Brussel (Niederländisches Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft)
- Programm-Update durch Kymo Slager (JCAR ATRACE)
- Einblicke in Stresstests und Schwammstadt‑Ziele von Patrick Willems und Simon Nollet (KU Leuven)
- Die Rolle des ‚Vlaamse Blue Deal‘ für lokale Koalitionen durch Filip Raymaekers (Flämische Umweltgesellschaft / Vlaamse Milieumaatschappij) und Liesbeth Gellinck (Flämische Landgesellschaft / Vlaamse Landmaatschappij)
- Vorläufige Schlussfolgerungen aus der Gebietsanalyse von Bram Vandemoortel und Francis Schoups (Workroom)
Die im Laufe des Tages präsentierte Forschung befasste sich zudem mit den Unterschieden zwischen Belgien und den Niederlanden im Umgang mit hydrologischen Extremereignissen und untersuchte, was beide Länder voneinander lernen können. Am Nachmittag nahmen die Teilnehmenden an Arbeitsgruppen teil, in denen mögliche grenzüberschreitende Kooperationen für gemeinsame (angewandte) Forschung zu Maßnahmen zur Eindämmung von Hochwasser und Dürre in ausgewählten Flussgebieten erörtert wurden.
Gemeinsame Verantwortung
Der Tag verdeutlichte die zunehmende Dynamik der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Zu den laufenden Initiativen zählen Flussrenaturierungsprojekte entlang der Mark und der Kleine Aa, gemeinsame Maßnahmen zur Bewältigung von Dürren in sandigen Regionen sowie gemeinsame Stresstests im Rahmen von JCAR ATRACE.
Die Kernbotschaft lautet, dass Flandern und die Niederlande durch ein einziges Wassersystem eng miteinander verbunden sind – und damit auch die gemeinsame Verantwortung tragen, eine klimaresiliente Zukunft zu gestalten. Zahlreiche konkrete Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden bereits identifiziert und unterstreichen das Potenzial, auf der aktuellen Dynamik sinnvoll aufzubauen.