Der Wiederaufbau und Neuaufbau nach Überschwemmungen stellt eine zentrale Phase in der Katastrophenbewältigung dar, da er die Unmittelbare Notfallreaktion und Wiederherstellungsmaβnahmen mit langfristigen Entwicklungsprozesse verbindet. Wird diese Phase strategisch gestaltet, eröffnet sie ein entscheidendes Zeitfenster, um bestehende Verwundbarkeiten zu reduzieren und die gesellschaftliche Resilienz nachhaltig zu stärken. Jüngste Hochwasserereignisse in Europa, insbesondere in Deutschland, Belgien und den Niederlanden in Jahr 2021 sowie in den Regionen Valencia und Hauts-de-France im Jahr 2024, haben jedoch verdeutlicht, wie herausfordernd es weiterhin ist, einen schnellen Wiederaufbau mit dem Anspruch des “Building Back Better” in Einklang zu bringen.
Viele betroffene Gebiete stehen weiterhin vor großen Herausforderungen beim Wiederaufbau. Gleichzeitig wurden wichtige Erkenntnisse gewonnen und erfolgreiche Vorgehensweisen entwickelt. Diese Erfahrungen bieten wertvolle Erkenntnisse für die Gestaltung künftiger Strategien zum Wiederaufbau nach Katastrophen in ganz Europa, insbesondere angesichts der zunehmenden Häufigkeit, Intensität und Ausdehnung extremer Wetterereignisse.
Dieser Workshop bringt politische Entscheidungsträger/innen, Praktiker/innen und Forscher/innen aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Frankreich, Spanien und anderen europäischen Ländern zusammen. Unser Ziel ist es, ‚Best Practices‘ auszutauschen und zu diskutieren, Lehren aus den jüngsten Hochwasserbewältigungsprozessen zu ziehen und wichtige Erfolgsfaktoren zu identifizieren. Gemeinsam wollen wir praktische Empfehlungen entwickeln, um schnellere und effizientere Hochwasserbewältigungsmaßnahmen zu unterstützen und die Umsetzung der Prinzipien für einen besseren Wiederaufbau zu stärken. Auf der Grundlage der Vorarbeiten und des Workshops werden wir einen kurzen Policy Brief erstellen und ein Folgetreffen mit weiteren europäischen Entscheidungsträger/innen in Brüssel planen, um eine größere Reichweite zu erzielen.
Workshop-Programm
Tag 1 – Dienstag, 14. April Tag 2 – Mittwoch, 15. April Tag 3 – Donnerstag, 16. April
Tag 1 – Dienstag, 14. April
Erfahrungsaustausch und gewonnene Erkenntnisse zum Hochwasser-Wiederaufbau und zu „Build Back Better"-Praktiken in Europa
08:45
Empfang und Registrierung
10:00
Eröffnung und Begrüßung zum Workshop
Begrüßungsworte von:
- Anne-Catherine Dalcq, Ministerin für Landwirtschaft und ländliche Gebiete der Wallonie, Belgien
- Erwin Manz, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz, Deutschland
- Jaap Slootmaker, Generaldirektor Wasser und Boden, Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Niederlande
- Tom Köller, Stellvertretender Generalsekretär der Benelux-Union, Luxemburg
- Annemieke Nijhof, Geschäftsführerin von Deltares, federführend JCAR ATRACE, Niederlande
Workshop-Moderatin: Dorien Leyers, Belgium
Simultandolmetschen EN-FR-DE verfügbar
10:45
Wiederaufbau nach Überschwemmungen und bessere Wiederaufbaupraktiken in Europa (Grundsatzreden)
Referenten (jeweils höchstens 15 Minuten):
- Teodoro Estrela Monreal, leitender Beamter der Jucar-Flussgebietsbehörde, Valencia, und ehemaliger Wasserdirektor Spaniens
- Stéphanie Beucher, Stellvertretender Generalinspektor, Generalinspektion des Innenministeriums, Frankreich
- Katya Ivanova, Programmleiterin für „Waterveiligheid en Ruimte" in Limburg, Niederlande
- Holger Schüttrumpf, Universitätsprofessor, Institut für Wassertbau und Wasserwirtshaft, RWTH Aachen, Deutschland
Simultandolmetschen EN-FR-DE verfügbar
11:50
Kurze Kaffee- und Teepause
12:10
Podiumsdiskussion zu Erfahrungen und Anforderungen für ‚Building Back Better‘ nach Überschwemmungen in Europa – Teil 1
Teilnehmer:
- Rogelio Llanes Ribas, Direktor für Koordination und Förderung der Umsetzung von Hilfsmaßnahmen nach der DANA, Valencia, Spanien
- Cornelia Weigand, Landrätin des Landkreises Ahrweiler, Deutschland
- Marie-France Beaufils, Vorsitzende der gemeinnützigen Organisation CEPRI, ehemalige Bürgermeisterin und Senatsmitglied, Frankreich
- Philippe Godin, Bürgermeister von Pepinster, Belgien
Simultandolmetschen EN-FR-DE-SP verfügbar
12:45
Mittagessen (einschließlich Pressebereich)
14:00
Podiumsdiskussion zu Erfahrungen und Anforderungen für einen schnelleren und besseren Wiederaufbau nach Überschwemmungen in Europa – Teil 2
Teilnehmer:
- Daan Prevoo, Bürgermeister von Valkenburg, Niederlande
- Joris Gaens, Bürgermeister von Voeren, Flandern, Belgien
- Sabine Preiser-Marian, ehemalige Bürgermeisterin von Bad Münstereifel, Deutschland
- Jörn Birkmann, Direktor des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung, Universität Stuttgart, Deutschland
Simultandolmetschen EN-FR-DE verfügbar
15:00
Hochwasser-Wiederaufbau im Vesdre-Tal einschließlich Geländebesichtigung
Referenten:
- Thomas Leroy, Mitarbeiter DG, SPW TLPE
- François Paulus, SPW ARNE
19:00
Gemeinsames Abendessen im Hotel Van der Valk, Verviers
Begrüßung
Grundsatzreden
Diskussionsteilnehmer
Wiederaufbau ins Vesdre-Tal
Tag 2 – Mittwoch, 15. April
Vertiefung wichtiger Themen und bewährter Verfahren für den Wiederaufbau nach Überschwemmungen und eine bessere Wiederherstellung in Europa
08:30
Empfang und Registrierung
09:00
Eröffnung und Begrüßung zum zweiten Workshoptag
Workshop-Moderatin: Dorien Leyers
09:10
Plenarvorträge von Experten
Referenten (jeweils höchstens 15 Minuten):
- Jordi Marin Abdilla, zu kritischer Infrastruktur und Wiederaufbaumaßnahmen, Generalitat Valenciana, Spanien
- Nathalie Asselman, zum Hochwasser-Wiederaufbau entlang der Maas, Deltares, Niederlande
- Susanne Bell, zu sozialen und kulturellen Aspekten der Ahrtal-Flut, Universität Bonn, Deutschland
- Marco Beroš, zu nachhaltigen Finanzierungsmodellen im Hochwassermanagement, Europäische Investitionsbank, Luxemburg
10:15
Kaffee und teepause
10:40
Plenarvorträge von Experten
- Jacques Teller, zu Städtebau und Raumplanung, Universität Lüttich, Belgien
- Wouter Botzen, zu Versicherungen sowie zur Anpassung von Haushalten und Unternehmen, Vrije Universiteit Amsterdam, Niederlande
- Claudia Berchtold, über den Einsatz der Kohäsionspolitik bei Katastrophenschutz und Wiederaufbau, Fraunhofer FKIE, Deutschland
- Marie Evo, zur Entwicklung eines Leitfadens für Gemeinden zur Vorbereitung auf den Wiederaufbau nach Hochwasser, CEPRI, Frankreich
11:45
Arbeitsgruppen-Sitzungen: Identifikation bewährter Praktiken
- Kritische Infrastruktur
- Raumplanung und Soziale Verwundbarkeiten
- Anpassung von Haushalten und Unternehmen
- Krisenmanagement und Notfallplanung
- Finanzierung und Entschädigung
13:15
Bustransfer nach Bad Neuenahr (einschließlich Mittagessen im Bus)
14:30
Hochwasser-Wiederaufbau im Ahrtal einschließlich Geländebesichtigung
Führung: Holger Schüttrumpf, Lisa Burghardt und Lothar Kirschbauer
19:00
Gemeinsames Abendessen im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr
Referenten
Tag 3 – Donnerstag, 16. April
Ausarbeitung von politischen Empfehlungen zur Zukunft des Wiederaufbaus nach Überschwemmungen und zum besseren Wiederaufbau in Europa
08:30
Empfang und Registrierung
09:00
Eröffnung und Begrüßung zum dritten Workshoptag
Workshop-Moderätin: Dorien Leyers, Belgien
09:05
Wilkommen und interview
Referenten:
- Guido Orthen, Landtagsabgeordneter Rheinland Pfalz (1-1 interview mit Jan Leyers)
- Neofitos Arathymos, Bürgermeister der Ortsgemeinde Altenahr (Begrüßung)
Simultandolmetschen EN-DE verfügbar
09:45
Grundsatzreden
Referenten:
- Markus Becker, Geschäftsführer der Berthold Becker Büro für Ingenieur- und Tiefbau GmbH
- Teodoro Estrela Monreal, leitender Beamter der Jucar-Flussgebietsbehörde, Valencia, und ehemaliger Wasserdirektor Spaniens
- Martin Schnell, Dernau/Vorstandsvorsitzender, Zukunft Mittelahr
- Hermann-Josef Pelgrim, Geschäftsführer Aufbau und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler
Simultandolmetschen EN-DE verfügbar
10:45
Kaffee- und Teepause
11:10
Arbeitsgruppen-Sitzungen: Erarbeitung politischer Empfehlungen und nächste Schritte
12:10
Plenary-Rückmeldung aus beiden Arbeitsgruppen-Sitzungen
12:30
Workshop-Schlussfolgerungen, Folgemaßnahmen und Abschluss
- Jeroen Aerts, Prof. VU Amsterdam, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Programmrats von JCAR ATRACE
13:00
Bustransfer zum Hotel Verviers / Bahnhof Lüttich (einschließlich Mittagessen im Bus)
15:00
Ankunft am Hotel Verviers / Bahnhof Lüttich
Begrüßung
Referenten
Veranstaltungsorte
Alle Veranstaltungsorte sind gut erreichbar. Zwischen den Hotels sowie für die Geländebesichtigungen werden organisierte Bustransfers angeboten, um einen reibungslosen und angenehmen Ablauf für alle Teilnehmenden zu gewährleisten.
Tag 1 Der Workshop findet im Van der Valk Hotel Verviers statt.
Tag 2 Der Workshop beginnt im Van der Valk Hotel Verviers. Am Nachmittag wird ein Bustransfer ins Ahrtal und zum Steigenberger Hotel Bad Neuenahr angeboten.
Tag 3 Der Workshop findet im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr statt. Am Nachmittag wird ein Bustransfer zurück nach Verviers angeboten.
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