Meine Forschung konzentriert sich auf Hochwasserereignisse mit hoher Auswirkung und geringer Wahrscheinlichkeit (High-Impact-Low-Probability, HILP), seltene, aber verheerende Ereignisse wie die Überschwemmungen im Juli 2021 in Mitteleuropa. Diese Art der Klimaextreme werden aufgrund des Klimawandels immer wahrscheinlicher, während unsere Gesellschaft immer stärker voneinander abhängig wird, was die Anfälligkeit und die Auswirkungen auf nicht direkt betroffene Gebiete erhöht. Trotz des wachsenden Risikos durch HILP-Hochwasserereignisse sind die dahinterstehenden Prozesse nach wie vor kaum erforscht. Meine Forschung zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und gleichzeitig die regionale Hochwasserbereitschaft durch robuste HILP-Hochwasserrisikobewertungen zu verbessern.
Research topic explained
Auf der Grundlage der neuesten Literatur werde ich einen Leitfaden für HILP-Hochwasser-Stresstests erstellen, in dem Methoden zur Bewertung der Auswirkungen auf verschiedene Sektoren beschrieben werden. Dadurch werden Lücken in der Forschung geschlossen und die Entwicklung neuartiger Stresstest-Rahmenbedingungen unterstützt. Diese verbesserten Methoden werden auf regionale Fallstudien wie das Einzugsgebiet der Rur angewendet.
Im Rahmen einer systematischen Überprüfung habe ich eine SCOPUS-Stichwortsuche und eine großsprachmodellgestützte Filtermethode angewendet, um relevante HILP-Hochwasser-Stresstests zu finden. Zusätzlich wurden 1323 Studien manuell überprüft, sodass 138 Studien für die endgültige Betrachtung übrig blieben. Diese Studien sind nach ihren Zielen und ihren Ansätzen zur Modellierung des Auslösers, des Vorgehens und der Auswirkungen kategorisiert. Um dieses Wissen in die Praxis umzusetzen, nehme ich am Stresstest für den Fluss Rur teil, indem ich einen regionalen Wettergenerator und ein mesoskaliges hydrologisches Modell anwende. Der Stresstest umfasst mehrere extreme Hochwasserszenarien, ähnlich wie die Überschwemmungen im Juli 2021.