Am 18. und 19. Februar 2026 fand in Aachen eine zweitägige gemeinsame Modellierungsübung statt, die vom Institute of Hydraulic Engineering and Water Resources Management (IWW) der RWTH Aachen ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung brachte Experten des IWW RWTH Aachen, von Deltares, der KU Leuven und der TU Delft zu einer offenen, praxisorientierten Coworking-Session zusammen, deren Schwerpunkt auf der Delft3D FM-Modellierungssuite lag, einem weit verbreiteten Softwarepaket zur Simulation von Wassersystemen wie Flüssen, Küsten und Überschwemmungsgebieten.
Tag 1: Methoden, Arbeitsabläufe und bewährte Verfahren
Am ersten Tag standen theoretische und methodische Themen im Zusammenhang mit der Delft3D FM Suite im Mittelpunkt. Die Teilnehmer tauschten sich über typische Herausforderungen bei Arbeitsabläufen, häufige Fallstricke und bewährte Verfahren aus. Dank des offenen Formats der Sitzung fanden die Diskussionen direkt in der Software statt, wobei Beispielmodelle überprüft und praktische bewährte Verfahren ausgetauscht wurden. Die Modellierungsbereiche umfassten die Flüsse Rur und Mark.
Zu den behandelten Themen zählten unter anderem:
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Datenstrukturierung und Organisation von Modellkonfigurationen
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Sinnvolle Namenskonventionen
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Häufige Fallstricke und wie man sie vermeidet
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Strategien zum Zusammenführen oder Kombinieren von Modelldomänen
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Tipps zur Optimierung und Verbesserung von Modellierungs-Workflows
Tag 2: Praktische Fehlerbehebung und Anwendungen
Der zweite Tag verlagerte sich hin zu detaillierteren Anwendungen. Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Modelle mit und stellten reale Herausforderungen vor, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Schritt für Schritt untersuchte die Gruppe mögliche Lösungsansätze, verbesserte Konfigurationen und verglich alternative Modellierungsstrategien.
Wichtige technische Themen waren unter anderem:
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Integration hydraulischer Bauwerke
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Kopplung und Verbindung von 1D- und 2D-Modellierungselementen
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Automatisierung wiederkehrender Verarbeitungs- und Nachverarbeitungsschritte
Ein wertvolles kollaboratives Format
Das coworking-ähnliche Format ohne feste Agenda oder formale Präsentationen ermöglichte eine intensive, interaktive Erarbeitung von Lösungen sowie einen direkten fachlichen Austausch zwischen den Teilnehmenden. Durch die direkte Arbeit mit aktuellen Modellen und den Austausch von Erkenntnissen zwischen verschiedenen Institutionen konnten die Teilnehmenden ihre Modellierungspraktiken weiterentwickeln und ihre Anwendung der Delft3D FM Suite vertiefen.
Die Übung unterstrich zudem den Wert eines offenen Wissensaustauschs und einer engen Zusammenarbeit über regionale und nationale Grenzen hinweg. Dies trägt dazu bei, kohärentere Ansätze für gemeinsame Flusssysteme und Modellierungsherausforderungen zu entwickeln. Aufbauend auf dem Erfolg dieser Sitzung werden wir in den kommenden Monaten weitere Veranstaltungen dieser Art organisieren.