Kürzlich kamen die Doktorandinnen und Doktoranden von JCAR ATRACE zusammen, um über eine zentrale Frage nachzudenken: Wie kann wissenschaftliche Forschung wirksamer zur Vorbereitung auf Klimaextreme beitragen?
Tag 1: Forschung mit der Praxis verbinden
Der erste Tag konzentrierte sich darauf, die Forschungsarbeiten in einen praktischen Kontext einzuordnen und zu untersuchen, wie sie die Entscheidungsfindung in der Praxis besser unterstützen können.
Dr.-Ing. Vincent Wolf (Sumaqua) eröffnete die Sitzung mit Einblicken in das Living Lab Herk und Mombeek. Er erläuterte, wie Modellierungsergebnisse durch die Einbindung von Interessengruppen während des gesamten Prozesses in konkrete Handlungsstrategien übersetzt wurden. Die Diskussion verdeutlichte, wie wichtig es ist, bereits früh im Forschungsprozess Netzwerke mit der Zielgruppe aufzubauen und Wissen gemeinsam zu entwickeln. Dadurch kann Forschung als glaubwürdig anerkannt werden und einen stärkeren Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen und Bedürfnissen von Praktikerinnen und Praktikern erhalten.
Darüber hinaus wurden Erkenntnisse aus dem Workshop „Practice meets Science“ vorgestellt, der im Dezember 2025 an der Universität Twente stattfand. Eine zentrale Erkenntnis war, dass die kontinuierliche Einbindung von Praktikerinnen und Praktikern während des gesamten Forschungsprozesses entscheidend ist. Ihre Perspektiven, Fragen und Herausforderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Forschung – ebenso wie die wissenschaftlichen Ergebnisse selbst.
Diese Aspekte wurden in einer Fragerunde mit Bas Worm (Waterschap Vechtstromen) weiter vertieft. Er betonte die Bedeutung, Forschungsergebnisse durch konkrete Beispiele statt abstrakter Resultate greifbar zu machen. Die Verknüpfung von Informationen mit den eigenen Erfahrungen der Menschen könne deren praktische Anwendung erleichtern. Zudem wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, Ergebnisse an die jeweiligen Zielgruppen anzupassen und interaktivere Formen der Einbindung von Interessengruppen zu entwickeln – beispielsweise durch Treffen direkt in den Umgebungen, in denen die Herausforderungen auftreten.
Am Nachmittag präsentierten die Doktorandinnen und Doktoranden ihre Forschungsarbeiten anhand eines gemeinsamen Fragenkatalogs. Dieser umfasste unter anderem das behandelte Problem, den gewählten Ansatz, relevante Interessengruppen sowie die Voraussetzungen für die praktische Anwendung der Ergebnisse. Dieses Format half dabei, einen klareren Überblick über die verschiedenen Forschungsthemen zu schaffen und aufzuzeigen, wie die einzelnen Projekte zur Beantwortung der Forschungsfragen der jeweils anderen beitragen können.
Tag 2: Gemeinsame Themen identifizieren
Der zweite Tag stand im Zeichen der Identifizierung gemeinsamer Erkenntnisse aus den verschiedenen Promotionsprojekten sowie der Frage, wie diese relevante Akteurinnen und Akteure in ihrer täglichen Arbeit unterstützen können.
Aufbauend auf den Diskussionen des ersten Tages tauschten sich die Teilnehmenden über Ideen für gemeinsame Verbreitungs- und Kommunikationsaktivitäten aus und betonten die Bedeutung eines frühzeitigen Starts dieses Prozesses. Das Verständnis gemeinsamer Verantwortlichkeiten zwischen den verschiedenen Akteuren sowie der Aufbau von Erfahrungen in Kommunikation und Moderation wurden als wichtige Bestandteile dieses Prozesses angesehen.
Fünf Themenbereiche wurden identifiziert, die mehrere Forschungsprojekte miteinander verbinden:
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Reaktion während Hochwasserereignissen, einschließlich Frühmaßnahmen, Krisenkommunikation und Entscheidungsfindung
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Wirtschaftliche Schäden und Wiederaufbau, mit Fokus auf Auswirkungen für den privaten Sektor
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Technische Erkenntnisse, beispielsweise zu Modellauswahl, Kalibrierung und Evaluierung
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Landnutzung in ländlichen Gebieten, mit Schwerpunkt auf langfristiger Resilienz und Planung
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Technologie als verbindendes Element, mit der Frage, wie digitale Werkzeuge die Zusammenarbeit zwischen Organisationen unterstützen können
Diese Themen spiegeln Bereiche wider, in denen sich verschiedene Promotionsprojekte überschneiden und in denen Potenzial besteht, bestimmte Interessengruppen gezielt zu unterstützen.
Die Gruppe reflektierte zudem über die Kompetenzen, die für die Unterstützung dieser Aktivitäten erforderlich sind. Die Moderation von Workshops, die Einbindung von Stakeholdern sowie eine klare und verständliche Kommunikation wurden als zentrale Entwicklungsfelder identifiziert. Die Übernahme aktiver Rollen bei Workshops und Veranstaltungen wurde als Möglichkeit genannt, praktische Erfahrungen in diesen Bereichen zu sammeln.
Als weitere konkrete Schritte wurden die Stärkung der Beziehungen zu Stakeholdern, die Entwicklung visueller Materialien sowie die Verbesserung von Kommunikationsansätzen diskutiert.